Wie geht es eigentlich Fredi?

Wie geht es eigentlich Fredi?

Am 26. März 2019 kam es im Sikypark zu einer klitzekleinen Sensation. Eine Kapuzineraffendame bekam Zwillinge. Mit gerade einmal 92 Gramm (Normalerweise wiegen Affenbabys doppelt so viel) war eines der Äffchen zu schwach, um sich instinktiv an den Bauch der Mutter festzuklammern – wobei der Platz für zwei Babys sowieso zu knapp war. Wir haben es nicht übers Herz gebracht, den kleinen Kerl verhungern zu lassen. Also beschlossen wir kurzerhand, das Äffchen von Hand aufzuziehen.
 

Marc Zihlmann wurde zum Ersatzpapa

Unser Betriebsleiter trug Fredi über Wochen hinweg Tag und Nacht in einer Bauchtasche oder in die Jacke eingekuschelt bei sich und fütterte Fredi alle zwei Stunden mit der Flasche. Eine Trennung von Marc war anfangs kaum möglich. Fredi fremdelte und rief herzzerreissend nach seinem «Papi». Die kollegiale Unterstützung des gesamten Tierpflegerteams wurde von Fredi zunächst wenig geschätzt. Fredi entwickelte sich gut und wurde über Nacht zum Liebling aller.

Fredi kennt den Menschenalltag

Zum Glück hat die Natur vorgesorgt. Wenn die Jungen mobiler werden und beginnen, die Welt zu erkunden, beteiligt sich die ganze Gruppe an der Betreuung. Und so wird auch Fredi nun vom ganzen Sikyparkteam betreut. Tagsüber lebt er inzwischen in seinem Spielzimmer im Sikypark, abends geht er mit einer Tierpflegerin nach Hause. Alleine schlafen geht noch nicht. Es ist sehr ähnlich wie bei einem Menschenbaby... Es sind nun mal unsere nächsten Verwandten.

Somit kennt Fredi inzwischen den Menschenalltag besser als den Affenalltag. Die Hauskatzen und Hunde seines menschlichen Versorgungsklans findet er spannender, als seine eigene Verwandtschaft.

Ob Fredi weiss, dass er ein Affe ist?

Bei den ersten Versuchen, ihn mit seiner Gruppe zu vergesellschaften, zeigte Fredi wenig Interesse. Doch die Kontakte Gitter an Gitter sind wichtig und es soll nicht dabei bleiben. Fredi wird agiler und erweitert seinen Aktionsradius. Er benötigt einen altersgerechten Spielplatz mit vielen Erkundungs- und Klettermöglichkeiten. In wenigen Wochen soll Fredi auch lernen, über Nacht alleine im Sikypark zu bleiben. Dazu muss schnellstmöglich eine affengerechte kleine Anlage geschaffen werden.
 

Fredis «Studentenbude»

Ganz in der Nähe der Affeninsel soll für Fredi ein neues Zuhause entstehen. So nahe bei seinen Artgenossen lernt er durch Nachahmung, wie Kapuzineräffchen kommunizieren und miteinander umgehen. Für die Finanzierung der Anlage sind wir auf wohlwollende Unterstützung kleiner wie grosser Spenderinnen und Spender angewiesen.

Mit Ihrer Hilfe ermöglichen Sie uns den Bau von Fredis Studentenbude sowie weitere Projekte zum Wohle unserer Schützlinge.

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Zusatzinfos

Haubenkapuziner (Cebus apella)

Die Haubenkapuziner stammen ursprünglich aus den tropischen Regenwäldern Südamerikas. Sie sind gesellige und soziale Tiere. Sie leben in kleinen Gruppen von etwa zehn bis 20 Tieren. Eine Gruppe besteht in der Regel aus einem Männchen, mehreren Weibchen und deren Nachwuchs. Die Mitglieder einer Gruppe bilden feste Bande, die sie durch gegenseitige Fellpflege stärken.

Es gibt keine feste Fortpflanzungszeit. Nach einer Trächtigkeit von etwa fünf Monate bringen die Weibchen jeweils ein einzelnes Junges mit einem mittleren Geburtsgewicht von 170-210 g zur Welt. Selten sind auch Zwillingsgeburten möglich. Gleich nach der Geburt klammert sich das Jungtier instinktiv am Bauch der Mutter fest. Das Weibchen trägt seinen Nachwuchs so die erste Zeit mit sich herum. In dieser Zeit ist das Weibchen alleine für die Aufzucht des Jungtieres verantwortlich. Sobald sich das Junge selbstständig vorwärtsbewegt, kümmern sich auch der Vater und die anderen Weibchen der Gruppe darum. Die Mutter säugt ihren Nachwuchs bis zu zwölf Monate lang. Auch nach der Entwöhnung bleiben die Jungtiere noch in der Gruppe der Mutter.

Sie ernähren sich von reifen, süssen Früchten, Blättern und Knospen, aber auch Insekten, Eier und kleine Wirbeltiere stehen auf ihrem Speiseplan. Mit ihren kräftigen Zähnen können sie zudem die harte Schale verschiedener Nüsse knacken.